GUNTHER FESTSPIELE RINCHNACH

EIN NEUES SPIEL UM EINE ALTE GESCHICHTE

Rinchnach, hier in der Region allen als "Klouster" bekannt, feiert im Jahr 2011 sein 1000-jähriges, urkundlich nachgewiesenes, Bestehen. Rinchnach hat im Zentrum die herrliche Klosterkirche, deren Fresken zu einem wesentlichen Teil seinem Gründer, dem Heiligen Gunther, gewidmet sind. Seit 1955 spielen die Rinchnacher seine Geschichte. So auch 2008 mit über 100 Mitwirkenden.

Von 1964 bis 2001 führte der Guntherbund e.V. auf der Freilichtbühne Gehmannsberg, nahe Rinchnach, die GUNTHER-FESTSPIELE in der Fassung von Franz Preibisch auf. Diese lange Tradition war möglich, weil der Text und die Spielhandlung über diese 37 Jahre immer aktuell und zeitgemäß waren.

Viele, vor allem ältere Klousterer fragten sich, warum im Jahr 2001 ein neues Spiel um die alte Geschichte über den Ortsgründer Gunther geschrieben wurde. Zwei wesentliche Gründe waren für den Verein Anlass, etwas Neues zu wagen:

Richard Schopf, der Hauptdarsteller seit 1964, hat bei den letzten Spielen 1998 nach 35 Jahren seine Abschiedsvorstellung in dieser Rolle gegeben. Er hatte den Gunther des Spiels von Franz Preibisch nicht nur gespielt, er hatte ihn so mit Leben erfüllt, so überzeugend interpretiert, dass für viele die Figur "Gunther" und Richard Schopf deckungsgleich wurden. Eine Neubesetzung der Hauptrolle so kurz nach seiner Abschiedsvorstellung wäre wohl am Vergleich mit ihm zum Scheitern verurteilt gewesen.

Seit den Anfängen in den 60er Jahren ist eine ganz neue Generation von Zuschauern herangewachsen. Das Fernsehen mit all seinen technischen Möglichkeiten prägt das Verhalten der Menschen von heute. Somit hat sich auch der Anspruch des Publikums verändert: der neue Zeitgeist fordert schnellere Abläufe, rasantere Schnitte, aktuellere Dialoge und mehr Spannung. Mit der Umschreibung konnte man diesen Anforderungen Rechnung tragen. Wobei man seit 2001 Wert auf ständige Erweiterungen und Erneuerungen legt, um so auch Gunther-erfahrenen Zuschauern mit jedem Festspiel neue Höhepunkte präsentieren zu können.

Dabei blieb der Kern des alten Spiels, nämlich der historische Hintergrund, erhalten, denn das Anliegen des Vereins ist es, zum Geschichtsbewusstsein beizutragen.

Mit dem neuen Spiel der jungen Rinchnacher Regisseurin Regina Wenig wird die Tradition fortgesetzt.